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Alchemie und Wissenschaft: Kann Gold künstlich hergestellt werden?

Seit Jahrtausenden fasziniert das glänzende und zugleich wertvolle Edelmetall die Menschheit. Dank des heutigen Stands der Forschung wissen wir, dass Gold sogar älter ist als die Erde selbst. Es entstand vor Abermillionen von Jahren im Weltraum – durch eine sogenannte Supernova. Aus diesem Grund ist eine natürliche Goldherstellung auf der Erde nicht möglich. Denn es bedarf gewaltiger Ereignisse, um ausreichend Energie für die Entstehung von Gold zu liefern. Wegen seines begrenzten Vorkommens und des damit verbundenen Wertes versuchten zahlreiche Wissenschaftler, Gold künstlich herzustellen. Zu den bekanntesten Forschungen zählen die chemischen Experimente der Alchemisten aus dem Mittelalter – die bekanntermaßen alle scheiterten. Heutzutage handelt es sich allerdings bei dieser Art der Goldgewinnung nicht mehr um reine Utopie, denn mittlerweile gibt es verschiedene Methoden, die bereits erfolgreich waren. Müssen sich Anleger nun Sorgen machen, dass neu gewonnenes Gold den Edelmetallpreis sinken lässt und die Anlage dadurch an Wert verliert?

Alchemie und künstliches Gold – ein Blick in die Vergangenheit

Im Mittelalter versuchten sich viele Alchemisten daran, aus unedlen Metallen sowohl Silber als auch Gold künstlich herzustellen – allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Tatsächlich handelte es sich bei den meisten Experimenten um reine Scharlatanerie. Das Schlüsselelement der alchemistischen Forschungen war der Stein der Weisen. Je nach Überlieferung handelte es sich dabei entweder um ein Elixier oder einen Stein, welcher den Menschen das ewige Leben versprach – und außerdem für die Herstellung künstlichen Goldes und Silbers unabdingbar war. Die Methoden, derer man sich bediente, waren ebenso abenteuerlich wie gefährlich. Nicht selten verlor ein Alchemist bei einem erfolglosen Versuch seine Sehkraft oder wichtige Gliedmaßen und zog sich schwere Verbrennungen zu. Für die Transmutation benötigten sie Blei oder Quecksilber, welches zunächst erhitzt wurde. Durch den Stein der Weisen sollte anschließend eine chemische Stoffumwandlung erfolgen. Die Experimente gingen sogar soweit, dass Papst Johannes XXII. 1317 eine Bulle gegen die Alchemie erließ. Nichtsdestotrotz hatten die mittelalterlichen Forscher in gewisser Weise Erfolg: Sie schafften es zwar nicht, Gold chemisch herzustellen, dafür erfanden sie wissenschaftliche Errungenschaften wie Schwarzpulver oder Porzellan.

Forscher sind nichts anderes als moderne Alchemisten

Je mehr der Goldpreis steigt, umso höher wird die Nachfrage nach künstlichem Gold, um die kleiner werdenden Goldvorkommen zu kompensieren.  Mittlerweile entwickelten bzw. entdeckten Wissenschaftler einige Methoden, die dieses Vorhaben möglich machen könnten:

  1. Gold künstlich herstellen mit Bakterien: Australische Wissenschaftler fanden heraus, dass auf Goldkörnchen Bakterien leben. Der sogenannte Cupriavidus metallidurans ist in der Lage, toxische Goldverbindungen umzuwandeln. Um sich vor dem Gift zu schützen, setzt er biochemische Prozesse in Gang. Im Rahmen dessen lagert er Nanopartikel aus Gold auf den Körnchen ab. Bisher besagt jedoch die Theorie, dass rund 1.000 Bakterien notwendig sind, um eine winzig kleine Goldmenge auf biologischem Wege zu erschaffen. 
  2. Bestrahlung in einem Kernreaktor/Teilchenbeschleuniger: Um Gold künstlich herzustellen, ahmen Forscher eine Supernova nach. Innerhalb des Kernreaktors setzen sie Platin oder Quecksilber einer Bestrahlung aus. Dieser Vorgang wird in der Wissenschaft als Goldsynthese bezeichnet. Die Methode der Goldgewinnung ist aktuell jedoch noch nicht rentabel.

Kann die Herstellung künstlichen Goldes für Anleger gefährlich werden?

Der aktuelle Stand der Forschung zeigt, dass die meisten Methoden nicht ausreichend erforscht sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Versuche zum aktuellen Zeitpunkt nicht nur sehr aufwändig sind, sondern ebenfalls ein hohes Maß an Kosten verursachen. Um eine geringe Goldmenge zu erhalten, muss sehr viel Energie aufgebracht werden. Demnach ist keines der Experimente, Gold künstlich herzustellen, wirtschaftlich oder gar rentabel. Das Edelmetall wird somit in naher Zukunft nicht von einem Wertverlust betroffen sein. Es lohnt sich daher auch weiterhin für Sie, natürliches Gold zu kaufen. Nichtsdestotrotz ist die Forschung sehr vielversprechend.