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Die Aussagekraft der Gold-Öl-Ratio

Die Gold-Öl-Ratio spiegelt das Preisverhältnis zwischen Gold und Öl wider. Liegt der Wert zum Beispiel bei 15, bedeutet dies, dass man für eine Unze Gold 15 Barrel Öl kaufen kann. Ein Barrel umfasst dabei ein Volumen von etwa 159 Litern Öl. Die Rechnung entstand aus dem Verlangen des Menschen heraus, sich Vergleiche gerne bildlich vorzustellen. So fällt es uns zum Beispiel leichter, uns eine abstrakt große Fläche in Fußballfeldern vorzustellen. Im Falle des Verhältnisses von gelbem und schwarzem Gold entwickelte sich daraus ein Faktor, den Experten gerne verwenden, um drohende Krisen vorherzusagen.

Die Gold-Öl-Ratio als Indikator für Wirtschaftskrisen

Das historische Verhältnis von Gold und Öl zeigt, dass es im Laufe der Zeit deutliche Schwankungen zwischen den Werten gab. Während man im Jahr 1973 fast 34 Barrel Öl mit einer einzigen Unze Gold kaufen konnte, fiel der Wert mehrere Male sogar auf unter 10 Barrel pro Unze. Insgesamt ergibt sich ein Durchschnitt von etwa 15 Barrel Öl pro Unze Gold. Auffällig ist, dass die Ratio immer dann besonders hoch war, wenn Weltwirtschaftskrisen unmittelbar bevorstanden. So zum Beispiel zu Beginn der 1970er Jahre, als der Goldpreis auf ein Rekordhoch stieg, während der Ölpreis stark sank. Das hatte zur Folge, dass die Gold-Öl-Ratio von einem Wert von zehn Barrel pro Unze Gold auf über 30 Anstieg. Kurz darauf sorgte die erste Ölkrise für den Zusammenbruch des Wirtschaftswachstums auf der ganzen Welt. Ferner war die Gold-Öl-Ratio vor den folgenden Ereignissen besonders hoch:

  • Lateinamerika-Krise (1970er und 80er Jahre)
  • Zusammenbruch der Sowjetunion (1990-1991)
  • Asienkrise (1997-1998)
  • Finanzkrise (ab 2007)

Warum ist das Verhältnis von Gold und Öl so wichtig?

Gold und Öl – zwei Rohstoffe, die einen besonderen Stellenwert einnehmen, beide sind sehr wertvoll. Während Edelmetalle schon seit tausenden Jahren als Zahlungs- und Werterhaltungsmittel verwendet wird, spielt Öl vor allem seit den Anfängen der Industrialisierung eine herausragende Rolle. Doch wie kann es sein, dass das Verhältnis der beiden Güter Krisen voraussagen kann?

Erdöl ist der wichtigste Wirtschaftsrohstoff überhaupt, denn er versorgt Fabriken, Autos, Flugzeuge und Schiffe mit Energie. Ein sinkender Ölpreis zeugt von einer sinkenden Nachfrage seitens der Wirtschaft, was darauf zurückgeführt werden kann, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtert hat. Gold, Silber und andere Edelmetalle wiederum werden in Krisenzeiten vermehrt nachgefragt, da Anleger ihr Vermögen absichern möchten. Dafür eignet es sich besonders, Gold zu kaufen. Eine steigende Gold-Öl-Ratio zeigt also zum einen eine verschlechterte Wirtschaftslage, zum anderen eine steigende Vorsicht bei Anlegern – zwei Indikatoren für eine handfeste Krise.

Der aktuelle Stand der Ratio

Anfang des Jahres 2017 stieg der Goldpreis etwas an, was auch die Ratio auf 21 Barrel pro Unze nach oben trieb. In den vergangenen Monaten schwankte sie dann zwischen einem Wert von 22 und 28 und liegt damit immer noch deutlich über dem errechneten Mittel der vergangenen Jahrzehnte. Unmittelbaren Grund zur Panik sehen Experten aktuell allerdings nicht. Sie gehen davon aus, dass es sich dabei um eine kurzfristige Erscheinung handelt, die sich bald wieder stabilisieren wird. Den Grund für den Anstieg sehen sie vor allem in der erhöhten Fördermenge durch die Erdölunternehmen.