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Goldverarbeitung - vom Golderz im Bergwerk zum Barren im Tresor

Goldverarbeitung – so wird Golderz zu Barren und Münzen

Gold gehört zu den edelsten Metallen unseres Planeten. Aus diesem Grund wird es schon seit Jahrtausenden von den Menschen gefördert. Früher war das sehr beschwerlich. Mit einfachen Werkzeugen wurde bereits in der Antike nach Gold geschürft. Bis heute in Erinnerung geblieben sind die großen Goldräusche in Nordamerika. Das Edelmetall wurde dort mit bloßen Händen mithilfe eines sogenannten Sichertrogs aus Flüssen gewaschen. Heute kommen bei der Goldverarbeitung moderne Maschinen und neueste Verfahren zum Einsatz. Doch wie wird das geförderte Rohprodukt schließlich zu Barren, Münzen oder Schmuck?

Wie wird Gold gewonnen?

Bei der Förderung von Gold kommen verschieden Techniken zum Einsatz. Hobbysucher waschen es bis heute aus Flüssen. Dazu verwenden sie Waschpfannen, in denen sich das gelbe Metall nach unten absetzt und so vom restlichen Gestein getrennt werden kann. Des Weiteren wird das Edelmetall immer wieder recycelt. Dazu werden überwiegend alter Schmuck, Zahngold oder alte Münzen und -barren eingeschmolzen. Doch auch in vielen elektronischen Chips und Steckern befinden sich kleine Mengen Gold, die recycelt werden.

Für die Goldverarbeitung entscheidend ist jedoch das industriell im Bergbau geförderte Edelmetall. Bevor nach Gold gebohrt wird, suchen Experten mithilfe seismischer Methoden und Satelliten nach Goldlagerstätten. Werden in einem bestimmten Gebiet Vorkommen vermutet, finden erste Probebohrungen in verschiedenen Tiefen statt, die anschließend auf ihren Edelmetallgehalt geprüft werden. Erweisen sie sich als ergiebig, wird entweder ein Übertagebau eingerichtet oder ein tiefer Schacht gegraben. Dort finden die Arbeiter aber kein reines Gold, sondern nur Golderz, also edelmetallhaltiges Gestein. Dieses wird mit LKWs zur Weiterverarbeitung gebracht.

Mit welchen Verfahren wird das Golderz verarbeitet?

Für die Weiterverarbeitung gibt es verschiedene Methoden. Einige davon sind sehr umstritten, da bei ihnen giftige Stoffe eingesetzt werden, die Umwelt und Arbeiter gleichermaßen schädigen können. Deshalb wird ständig nach effizienten, umweltschonenden Methoden der Goldverarbeitung geforscht. Einige davon setzen sich langsam auf dem Markt durch. Nur einige der vielen Verfahren werden im Folgenden vorgestellt:

Amalgamverfahren

Dieses Verfahren macht sich die Löslichkeit von Gold durch Quecksilber zu Nutze. Dafür muss das Erz zunächst zu Staub zermahlen und in einen Wasserbehälter gegeben werden. Anschließend wird Quecksilber hinzugefügt. Das Gold geht mit diesem eine Verbindung ein – es bildet sich Amalgam. Dieses setzt sich am Boden des Mischbehälters ab und kann einfach vom Rest des Gesteins getrennt werden. Schließlich wird das Amalgam erhitzt, wodurch das Quecksilber verdampft und Rohgold übrig bleibt. Dieses Verfahren ist jedoch sehr umstritten, da durch das Verdampfen von giftigem Quecksilber die Umwelt geschädigt wird.

Goldverarbeitung durch Cyanidlaugung

Auch bei dieser Methode wird das Erz zunächst fein zermahlen. Anschließend wird eine Cyanidlösung hinzugegeben. Diese bewirkt, dass sich das Gold vom Rest des Gesteins löst. Durch die Zugabe von Zinkstaub, kann das rohe Edelmetall anschließend aus der Laugenlösung gefiltert werden. Auch dieses Verfahren ist umweltschädigend.

Boraxverfahren

Eine umweltfreundliche Alternative ist das Boraxverfahren. Die Zugabe von Borax sorgt dafür, dass die Begleitmineralien des Golderzes schneller schmelzen. Das Edelmetall setzt sich dann auf dem Boden der Schmelzpfanne ab und kann herausgefiltert werden.

Goldverarbeitung durch eine Konzentratorzentrifuge

Mithilfe einer Konzentratorzentrifuge kann Edelmetall ebenfalls sehr umweltfreundlich aus dem Gestein gelöst werden. Die Zentrifuge ist kegelförmig und mit Rillen versehen. Mithilfe der Zentrifugalkraft kann das Gold durch den Gewichtsunterschied von anderen Mineralien gelöst werden.

Das Rohgold wird zu Barren, Münzen und Schmuck verarbeitet

Nachdem das Gold durch eines dieser Verfahren gefiltert wurde, wird es an die Scheideanstalten weitergegeben, wo ein Elektrolyseverfahren durchgeführt wird. Dadurch entsteht Feingold mit einem Reinheitsgrad von 99,99 %. Ein Teil davon wird an Goldschmiede geliefert, die daraus Schmuck herstellen. Der Rest wird zu Münzen und Barren verarbeitet. Münzen und Barren mit einem Gewicht bis zu 100 Gramm werden bei der Goldverarbeitung in der Regel geprägt, schwerere Barren werden gegossen. Wer Gold kaufen möchte, sollte eher zu einem großen Barren tendieren. Dieser ist in der Herstellung günstiger, als geprägte Produkte. Münzen oder kleinere Barren können das Portfolio ergänzen.