Rufen Sie uns an: 040 - 306 059 - 910

 

Die Entwicklung des Geldes – ein historischer Rückblick

Die Geschichte des Geldes geht weit in die Historie der Menschheit zurück. Während zunächst Waren direkt gegeneinander getauscht wurden, merkte man schnell, dass dies einen entscheidenden Nachteil hatte: Die Waren mussten direkt gegen die benötigten Waren eingetauscht werden. Aus diesem Grund entwickelten sich im 6. Jahrtausend v. Chr. bald wertvolle Güter wie beispielsweise Vieh, Salz, Muscheln oder Pfeilspitzen zu Zwischentauschmitteln. Sie waren allgemein geschätzt, in nicht allzu großen Mengen vorhanden und nicht verderblich. Somit mussten diese Waren nicht unmittelbar weitergetauscht, sondern konnten auch zu einem späteren Zeitpunkt gegen benötigtes Gut getauscht werden. Nach und nach entwickelten sich vor allem Gold und Silber zu beliebten Zahlungsmitteln.

König Krösus: Der Erfinder des Münzgeldes

Der zunehmende Warenverkehr führte dazu, dass der lydische König Krösus schließlich die ersten einheitlichen Münzen prägen ließ, die ausschließlich als Zahlungsmittel dienten. Sie wurden aus einer natürlich vorkommenden Gold-Silber-Legierung gefertigt. Schließlich wurde der Gebrauch von Münzen im gesamten Mittelmeerraum, vor allem in Griechenland und im römischen Reich üblich. Der Vorteil des neuen Tauschmittels war, dass die Münzen einheitlich schwer waren und man sie deshalb einfach abzählen konnte. Der Wert der einzelnen Münzen entsprach zunächst genau dem darin enthaltenen Gold- und Silbergewicht. Ist dies der Fall, spricht man von den sogenannten Kurantmünzen. Die Geldstücke, die heutzutage im Umlauf sind, nennt man Scheidemünzen. Bei ihnen ist der enthaltene Metallwert geringer als der Wert, den die Münze besitzt.

Der Münzverkehr im Mittelalter

Die Münzen im Europa des Mittelalters orientierten sich stark an den römischen. Besonders Gold-, Silber- und Kupfermünzen waren im Umlauf. Im Jahr 1356 erlebte die Geschichte des Geldes in Deutschland einen entscheidenden Einschnitt. In diesem Jahr wurde nämlich die Goldene Bulle vom Kaiser abgesegnet. Dieses Dokument erkannte das Münzrecht aller Kurfürsten an. Dies hatte zur Folge, dass schon bald eine Vielzahl verschiedener Münzen in Umlauf kam. Dazu gehören unter anderem

  • Kreuzer
  • Schilling bzw. Groschen
  • Pfennig
  • Gulden
  • Taler

Die Vielzahl an Geldstücken war jedoch problematisch, da auf den Märkten meist nur die in der Region geprägten Münzen als Zahlungsmittel erlaubt waren. Deshalb mussten Händler, meist mit Verlust, ihre mitgebrachte Währungen eintauschen. Große Geldgeschäfte wurden deshalb oft mit ungemünztem Gold oder Silber oder durch Tauschgeschäfte abgewickelt.

Ein neues Zahlungsmittel entsteht: Das Papiergeld

In China ist Papiergeld bereits seit dem 11. Jahrhundert im Umlauf. Zunächst war es jedoch nicht als Zahlungsmittel selbst gedacht, sondern als Zahlungsforderung, die man jederzeit in Münzen umtauschen konnte. Die ersten Geldscheine in Europa wurden im Jahr 1483 als Ersatz für fehlendes Münzgeld in Spanien ausgegeben. Man war mit der Ausgabe von Geldscheinen aber zunächst äußerst vorsichtig. Die Bank von Amsterdam beispielsweise war stets darauf bedacht, die ausgegebenen Scheine mit Münzen decken zu können. Die ersten richtigen Banknoten mit unterschiedlichen Werten gab die schwedische Reichsbank im Jahre 1660 heraus. Zehn Jahre später wurden die Banknoten aber wieder abgeschafft. Auch in anderen Ländern, beispielsweise Frankreich, scheiterte die Ausgabe von Papiergeld zunächst. Das Problem war, dass meist zu viele Banknoten herausgegeben wurden, was die Inflation begünstigte.

Eine erfolgreiche Ausgabe von Papiergeld wurde erstmals in Großbritannien verwirklicht. Dort wurde das Papiergeld ab 1776 zunächst nur in kleinen Mengen verteilt. Ein Rücktausch in Münzen war jederzeit möglich. Dennoch stand das System auf wackligen Beinen und drohte mehrmals zu scheitern. In den deutschen Ländern war man besonders vorsichtig. Die preußischen Regenten achteten stets darauf, dass der ausgegebenen Menge Papiergeld eine ausreichende Menge an Münzen gegenüberstand. Doch erst ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es den europäischen Staaten, die Flut an Papiergeld zu regulieren und stabile Währungen, die auf Papiergeld basierten, zu etablieren.

Gold als Währungsgrundlage – der Goldstandard

In Großbritannien wurde der Goldstandard im Jahre 1821 eingeführt. Das bedeutet, dass das zirkulierende Papiergeld wertmäßig stets von der Goldmenge des Landes gedeckt ist. 1873 führte auch das neugegründete Deutsche Reich den Goldstandard ein. Es folgten viele andere Länder, wie Frankreich, Russland und die Vereinigten Staaten. Während seines Bestehens führte dieses Währungssystem dazu, dass viele Finanzkrisen bewältigt werden konnten. Im Verlauf des ersten Weltkrieges wurde der Goldstandard in den meisten Ländern jedoch abgeschafft, da in dieser Zeit eine große Menge Geld gedruckt wurde, um die Kriegskosten zu decken. Nach dem Krieg kehrten viele Nationen zum Goldstandard zurück, nach der Finanzkrise in den 1930er Jahren wurde er aber überall aufgegeben. Bis in die 1970er Jahre war der Wert des Geldes aber stets eng mit dem Goldpreis verbunden. Ab 1776 gilt die Demonetisierung des Goldes als abgeschlossen. Die Geschichte des Geldes ist aber sehr eng mit der Gold Geschichte verbunden.

Plastik- und immaterielles Geld – So bezahlt man heute

Das 20. Jahrhundert ist ein neuer Scheidepunkt in der Geschichte des Geldes. Es wurden immer mehr Zahlungsmittel eingeführt, die den täglichen Fluss des Geldes erleichtern. Betrachtet man die Trends der letzten Jahre, wird der komplette Zahlungsverkehr immer mehr auf bargeldloses Zahlen ausgelegt. Allem voran hier natürlich die Kreditkarten, die praktisch weltweit als Zahlungsmittel anerkannt sind. Große Beträge werden heute meist nur noch elektronisch mithilfe von Überweisungen oder durch Online-Banking gezahlt. Bargeld findet zunehmend nur noch bei der Bezahlung von Alltagsgütern, wie Nahrungsmitteln, Verwendung. Kurantmünzen, wie sie im Mittelalter Gang und Gäbe waren, werden heute meist nur noch als Wertanlage eingesetzt. So ist es aufgrund des sehr stabilen und hohen Goldpreises für Anleger interessant, Goldmünzen zu kaufen. Die Münzen, mit denen die Menschen heute bezahlen, enthalten in der Regel keine Edelmetalle mehr. Die 1-Euro-Münze beispielsweise besteht aus Nickel, Messing und Kupfer.