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Preisentwicklung im Edelmetallhandel

Die Preisentwicklung von Gold und anderen Edelmetallen zu beobachten und zu analysieren, ist für jeden Investor eine wichtige Aufgabe. Sie ist die Basis für die Anlagestrategie. Denn anhand der bisherigen Entwicklung lassen sich Prognosen für die Zukunft ableiten und die richtigen Zeitpunkte festlegen, um die eigenen Anlagen zu verkaufen und aufzustocken. Wir zeigen die Gold-, Silber, Palladium- und Platinentwicklung im Zeitverlauf auf und erklären, welche Faktoren auf den Preis Einfluss genommen haben.

Der Gold-Dollar Kurs – die Entwicklung des Goldkurses in den letzten 100 Jahren

Der Goldpreis wird seit 1786 in Dollar ausgegeben, in diesem Jahr legte der Kongress der Vereinigten Staaten den Goldpreis erstmalig auf 19,49 Dollar pro Feinunze fest. Doch erst seit etwa 1900 wird die Goldpreisentwicklung auch grafisch festgehalten. Im Gegensatz zur heutigen Zeit entwickelte sich der Preis in den ersten Jahren seit der Aufzeichnung nur langsam. Bis ins Jahr 1968 hatte er sich dann auf 41,90 Dollar verdoppelt, danach folgte ein rasanter Anstieg auf  über 100 Dollar pro Feinunze im Jahr 1973.

Bis ins Jahr 1980 stieg der Preis dann auf stolze 850 Dollar. Nach einem raschen Rückgang pendelte er in den 1980er und 90er Jahren zwischen 250 und 500 Dollar. Ab dem Jahr 2003 gab es bis 2012 eine ständige Steigerung, in deren Verlauf zunächst die 1000 Dollar-Marke geknackt (2008) und im Jahr 2011 schließlich das Allzeithoch von 1.920,49 Dollar erreicht wurde. Nach 2012 musste der Goldpreis einige Preiskorrekturen verkraften und fiel im Jahr 2013 sogar wieder unter die 1000 Dollar-Marke. Seitdem pendelt der Preis zwischen 1000 und 1200 Dollar pro Feinunze. Im Jahr 2016 hat der Goldpreis aktuell seinen leichten Abwertstrend verlassen und liegt aktuell über 1230 US-Dollar pro Feinunze. 

Welche großen Ereignisse haben den Goldkurs beeinflusst?

Gold gilt als sicherer Hafen für Inflation und Krisen, da es seinen Wert noch nie ganz verloren hat. Deswegen investieren die Menschen in Krisenzeiten üblicherweise in das Edelmetall. Das hat zur Folge, dass der Goldpreis in diesen Zeiten steigt. Zuletzt geschah dies im Jahre 2011, als der Goldpreis im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise auf sein Allzeithoch stieg. Diese Entwicklung zeigt auch der historische Goldkurs. In den 1970er Jahren mussten die USA mit der höchsten Inflation in Friedenszeiten kämpfen. Da die Menschen nicht tatenlos mit ansehen wollten, wie ihre Ersparnisse an Wert verloren, retteten sich viele in eine Goldinvestition – wodurch der Goldpreis in dieser Zeit um das 18-fache stieg. Auf der anderen Seite sinkt der Goldpreis in der Regel, wenn sich die Zinsen erhöhen. Wer dann nämlich in Gold investiert, verzichtet auf laufende Gewinne aus Geldinvestitionen.

Auch geopolitische Krisen haben einen starken Einfluss auf den Wert des Goldes. Im Zuge des Einmarsches der Sowjetunion im Jahre 1980 erreichte der Goldpreis seinen bis dahin höchsten Wert. Auch zu Beginn des zweiten Golfkrieges verzeichnete der Goldpreis einen sprunghaften Anstieg. Dass der Goldpreis sich aber nicht immer an die Regeln hält, zeigt die  Griechenlandkrise. Viele Experten rechneten damit, dass der Preis durch den drohenden Grexit stark ansteigen würde, das genaue Gegenteil war jedoch der Fall.

 

Der historische Silberpreis

Silber verzaubert die Menschheit, ebenso wie Gold, seit mehreren tausend Jahren. Zeitweise war das helle Metall sogar wertvoller als Gold. Seit der Antike wurde das Silber in Münzen gepresst und als Zahlungsmittel verwendet. Über das Mittelalter hinweg bis in die Neuzeit waren Silbermünzen das vorherrschende Bargeld. Im Jahre 1792 beschloss der Kongress der Vereinigten Staaten eine Silbermünze mit Namen Dollar zu prägen. Zu dieser Zeit musste man  etwa 1,29 Dollar für eine Feinunze Silber bezahlen.

Durch die Bindung der Währung an Gold verlor das Silber zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber zunehmend an Bedeutung. 1903 war eine Feinunze nur noch 0,48 Dollar wert. Durch die Erfindung des rostfreien Edelstahls in der Mitte des 20. Jahrhundert wurde Silber immer unbedeutender. Viele Haushaltsgegenstände wie beispielsweise Besteck, die zuvor aus Silber gefertigt wurden, konnten nun aus dem billigeren Edelstahl produziert werden. Dies änderte sich zum Ende der 1970er Jahre. Durch die Silberspekulationen der Brüder Hunt stieg der Preis auf sein bisheriges Rekordhoch von 50,35 Dollar pro Feinunze. Die Blase platzte jedoch und der Preis sank wieder stark.

Bis auf wenige kleine Schwankungen blieb der Preis bis 2004 etwa gleich. Durch die steigendende Nachfrage auf dem Rohstoffmarkt konnte in der Silberpreisentwicklung danach ein großer Aufschwung verbucht werden. 2011 stieg das Edelmetall, zeitgleich mit Gold, auf fast 50 Dollar an. Seitdem wurde der Preis stark korrigiert und schwankt im Jahr 2015 im Bereich der 15 Dollar-Marke. 

Die Entwicklung der Platinmetalle

Die Edelmetalle Platin und Palladium sind den Menschen noch nicht so lange bekannt wie Gold und Silber. Die alten Ägypter fertigten vereinzelt zwar auch Schmuck aus Platin, ihnen waren jedoch die speziellen Eigenschaften des Platins nicht bekannt. Im 17. Jahrhundert noch als wertlos erachtet, schlugen im 19. Jahrhundert verschiedene Versuche, Platin als Münzwährung einzuführen, fehl. Erst in der Industrialisierung erkannte man den Wert des Platins, was seinen Preis deutlich ansteigen ließ.

Vom Beginn bis zur Mitte des 20. Jahrhundert war Platin zeitweise sogar teurer als Gold und wurde zwischenzeitlich an Wert nur noch von einem Metall übertroffen: dem Palladium. Das Palladium konnte seinen starken Wert aber nicht lange beibehalten. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Platinmetalle auch als Geldanlage interessant. Dadurch legten sie auch in Krisenzeiten, wie beispielsweise zur Zeit des Einmarsches sowjetischer Truppen in Afghanistan, stark an Wert zu.

Im Gegensatz zu Silber und Gold befindet sich die Preisentwicklung der Platinmetalle in den letzten Jahren in einem Seitwärtstrend. Das bedeutet, dass die Kurse weder tendenziell steigen noch fallen, sondern geprägt sind von wiederkehrenden Hoch und Tiefs. Durch ihre Verwendung in der Industrie kann der Preis durch Industriekrisen gedrückt werden, bzw. durch Aufschwünge in der Industrie an Wert gewinnen.